Lage der Gesetze nutzt eine End-to-End-KI-Pipeline zur Erzeugung von Synopsen — vom Lesen der Drucksache bis zur Veröffentlichung greifen vier unabhängige KI-Rollen ineinander, jede mit klar abgegrenztem Auftrag. Damit das nicht zu einer Black Box wird, ist jeder Schritt im Audit-Trail maschinenlesbar dokumentiert.
Wer den Ablauf konkret an einem Beispiel sehen möchte, findet auf Pipeline eine Schritt-für-Schritt-Erklärung anhand der Drucksache 21/6003 (Kindergeld-Indexierung) — inklusive der typischen Fehlerklassen, die wir dort gefunden haben.
Wichtig: Bearbeiter und Gutachter sind in diesem Projekt immer KI-Modelle (Claude und GPT in unterschiedlichen Konfigurationen). Es gibt keine menschlichen Gutachter in der Schleife — Menschen werden nur bei Erratum-Meldungen aktiv und prägen das Goldstandard-Set, anhand dessen die Pipeline laufend kalibriert wird.
Datenfluss
Abruf — Bundestags-DIP-API + gesetze-im-internet.de täglich abrufen (Drucksachen + geltender Norm-Stand)
KI-Bearbeiter — liest die Drucksache + den aktuellen Gesetzestext und erzeugt das strukturierte Vorher/Nachher (Blöcke nach Änderungs-Typ: Wort-Ersetzung, Satz-Neufassung, Einfügung, Aufhebung, …) inklusive Klartext-Erklärung pro Block
Drei KI-Gutachter (Vier-Augen-Prinzip) — jeweils unabhängig:
Inhalts-Gutachter prüft, ob der erzeugte Diff den Änderungsbefehl korrekt umsetzt
Stand-Gutachter prüft, ob der zitierte „Vorher”-Text dem tatsächlich geltenden Bezugsstand entspricht
Klartext-Gutachter prüft, ob die Klartext-Erklärung die juristische Änderung wahrheitsgetreu beschreibt
Veröffentlichung — nur wenn alle drei Gutachten konsistent sind, wird die Synopse mit dem Befund
geprüftöffentlich. Divergente Gutachten landen mitmit vorbehalt,teils unsicheroderprüfung nötigin der Liste — sichtbar markiert, nie versteckt.
Warum KI gegen KI?
Eine einzelne KI-Antwort ist nicht vertrauenswürdig — sie kann plausibel klingen und trotzdem halluzinieren. Deshalb baut die Pipeline drei voneinander unabhängige Kreuz-Prüfungen ein:
Vier-Augen zwischen Anbietern. KI-Bearbeiter und KI-Gutachter laufen auf unterschiedlichen Modellfamilien (z.B. Anthropic Claude für die Bearbeitung, OpenAI GPT für die Prüfung — oder umgekehrt). Eine Halluzination müsste in beiden Modellen identisch entstehen, damit sie unentdeckt durchläuft.
Drei verschiedene Blickwinkel. Jeder Gutachter hat einen klar abgegrenzten Auftrag (Inhalt / Bezugsstand / Klartext), keinen Gesamteindruck. Ein Fehler in einer Dimension wird von genau dem Gutachter erwischt, der diese Dimension prüft.
Goldstandard-Tests. Eine wachsende Suite manuell verifizierter historischer Drucksachen prüft retroaktiv, ob neue Prompt- oder Modell-Versionen die Pipeline verbessern oder verschlechtern. Releases gegen die Test-Suite sind die Bremse gegen Regressionen.
Befund-Stufen
Jede Synopse trägt einen Befund — das aggregierte Urteil aus den drei KI-Gutachten:
Alle drei KI-Gutachter konsistent + Bezugsstand passt.
Sichtbar als grünes Badge in der Synopsen-Liste.
Mindestens ein KI-Gutachter ist nicht ausdrücklich auf konsistent.
Veröffentlicht, gelbes Badge, Details im Audit-Trail.
Mindestens ein Block hat Konfidenz niedrig — der Bearbeiter ist selbst unsicher.
Veröffentlicht, gelbes Badge, betroffene Blöcke markiert.
Mindestens ein Block hat Konfidenz unbestimmt.
Veröffentlicht mit Warnung, rotes Badge — manuelle Prüfung empfohlen.
Der Befund wird nie versteckt — er ist auf der Synopsen-Liste, in der API (befund-Feld) und im PDF-Download immer sichtbar.
Audit-Trail
Pro Synopse wird eine .audit.json mit allen Pipeline-Schritten dokumentiert. Diese Datei enthält:
Verwendete LLM-Modelle (Provider + Versions-ID)
Prompt-Versionen (versioniert im Repo)
Quell-URLs (Drucksache, Norm-Stand, Vorgang)
Validation-Ergebnisse (alle vier Strategien)
Manuell-verifiziert-Marker + Reviewer-ID + Timestamp
Damit ist jede Synopse forensisch rekonstruierbar.
Was wir explizit NICHT garantieren
Lage der Gesetze ist ein journalistisches und zivilgesellschaftliches Transparenz-Werkzeug, keine amtliche Rechtsfassung. Für rechtlich belastbare Aussagen ist immer das Bundesgesetzblatt (bgbl.de) maßgeblich.
Bei Fehlern: Erratum-Workflow — die korrigierte Version ersetzt das Original am gleichen URL, die alte Version bleibt versioniert zugänglich mit „Korrigiert”-Banner, und der Korrektur-Eintrag landet auf der öffentlichen Erratum-Seite.